Die „Über mich“-Seite: die schwierigste von allen?

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Gastartikel von Veronika Pavlicek

Wer sich und sein Business im Internet präsentieren möchte, hat einiges zu tun: Webseite designen, Farben auswählen, ein Logo gestalten. Dann geht es ans Angebot: Zielgruppe definieren, Kundenavatar anlegen, Produktideen sammeln, Preisgestaltung austüfteln, Coaching-Pakete und/oder Online-Kurse erstellen. Da ich selbst unter anderem Webseiten-Texte und Schreib-Coaching anbiete, ist mir aufgefallen, dass ein Menüpunkt besondere Schwierigkeiten bereitet: die „Über mich“-Seite.

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1. Wie sichtbar werde ich, wie privat bleibe ich?

Sich im Internet zu präsentieren bedeutet, sichtbar zu werden. Wir wollen ja möglichst viele Besucher auf unserer Webseite, eine wachsende e-mail-Liste und viele Fans auf unserer Facebook-Page. Alles von sich zu verstecken und in die Anonymität abzutauchen, ist online ohnehin nicht möglich. Da ist es schon besser, sich gleich zu exponieren. Gezielt und kontrolliert. Ehrlich und authentisch. Es hat keinen Sinn, sich selbst ein Image zu verpassen, das man dann nicht „einhalten“ kann.

TIPP: Authentisch und ehrlich.

Jeden von uns gibt es nur ein einziges Mal. Das spiegelt sich in meinem Lieblingskinderbuch „Das kleine ich-bin-Ich“ von Mira Lobe wider. Vergessen wir alle Schubladen dieser Welt und präsentieren wir uns, so wie wir sind. Einzigartig und unverwechselbar.

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2. Welche Lebensstationen machen mich einzigartig?

Als Texterin habe ich ein waches Auge, die „Über mich“-Seiten sehe ich mir besonders genau an. Wenn ich da bei einem Coach oder einer Therapeutin lese, dass er oder sie „gerne mit Menschen arbeitet“ denke ich mir meist: „Na hoffen wir´s!“ Sonst wären sie ja wohl TierpflegerInnen oder ZirkusdompteurInnen geworden. Dermaßen Banales und Austauschbares ist ein No-Go für jede Webseite.

TIPP: Allgemeinplätze sind tabu.

Viel sinnvoller und für die Orientierung potenzieller Neukunden hilfreicher ist es, die Unterschiede zu anderen herauszuarbeiten.

  • Was macht meinen Umgang mit meinen KlientInnen aus?
  • Welche (Fach-)Bücher haben mich geprägt?
  • Was ist meine Mission/meine Philosophie?

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3. Welche Aspekte meiner Geschichte passen zu meinen Problemlösungen?

Häufig zeigt die eigene Biographie bereits sehr früh ausgeprägte Fähigkeiten und Talente. Ich habe beispielsweise bereits mit 10 Jahren begonnen, für ein Kindermagazin zu schreiben und Interviews zu führen. Diese frühe Berufung zu Text und Journalismus unterstreicht die Glaubwürdigkeit meiner Angebote zum Thema Schreiben. Mein Kommunikationswissen hat sich auf meinem Lebensweg stetig erweitert. Von meiner Radiostimme können sich die BesucherInnen anhand eines Audio-Files einen Eindruck verschaffen. Dann wird mein Angebot zum Thema Sprechen gleich wesentlich greifbarer.

TIPP: Meine Talente stärken mein Angebot.

Im besten Fall ergibt sich ein stimmiges, rundes Bild der Persönlichkeit. Es stellt sich das beruhigende Gefühl ein, dass dieser Mensch genau weiß, wovon er spricht und man ihm das auch – im wahrsten Sinn des Wortes – „abkaufen“ kann.

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4. Wie kann meine Lebensgeschichte andere ermutigen?

„Das Unmögliche wagen.“ Das ist ein Aspekt, der sich durch meine eigene Biographie zieht. Wer ohne jede Chance auf Erfolg etwas riskiert oder Schlimmes überstanden hat, kann viele mit seiner Geschichte inspirieren. Erzählen wir offen und ehrlich. Was gut gegangen ist, aber auch, wenn mal etwas schief gelaufen ist – und wie wir trotzdem weiter gemacht haben. Ohne Arroganz und Überheblichkeit, aber auch ohne falsche Bescheidenheit.

  • Welche Erlebnisse sind dazu geeignet, andere zu ermutigen?
  • Wie habe ich Schwierigkeiten überwunden?
  • Was hat mich geprägt und zu der Person gemacht, die ich heute bin?

TIPP: Keine falsche Bescheidenheit.

Ein Blick auf unsere bisherige Lebenslinie zeigt, warum wir heute so sind wie wir sind. Haben wir den Mut, unsere authentische Persönlichkeit offen zu zeigen.

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5. Wer soll meine „Über mich“-Seite lesen?

Interessenten und potenzielle Kunden wollen wissen, mit wem sie es zu tun haben. Speziell im Coaching-Bereich ist die Person hinter dem Angebot also enorm wichtig. Genau hier sehe ich oft einen Irrtum. Die „Über mich“-Seite schreiben wir nicht für uns, sondern für die BesucherInnen unserer Webseite. Dazu sollten wir uns folgende Fragen stellen:

  • Was könnte „Suchende“ an meiner Person interessieren?
  • Wie ist meine Geschichte mit meinen Angeboten verknüpft?
  • Welchen (ersten) Eindruck sollen meine LeserInnen von mir bekommen?

TIPP: „Über mich“ schreibe ich nicht „für mich“.

 

Wie eine einzigartige „Über mich“-Seite aussehen kann, das ist in meinen kommenden kostenlosen Webinaren zu erfahren, die ich ausschließlich diesem wichtigen Thema widme. Zur Anmeldung geht es hier.

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Über die Autorin

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Nach vielen schreibenden und sprechenden Jahren in den Medien und einer spannenden Reise durch die Radiowelt (18.000 on air-Stunden, bis zu 300.000 HörerInnen), hat Veronika Pavlicek Ihre Firma „Der Ohrenkaktus – Kommunikation mit Stachel und Blüte“ gegründet. Hier bündelt sie nun alle Ihre Fähigkeiten und Talente, um möglichst viele daran teilhaben zu lassen.

Sie – hört zu – berät – coacht – supervidiert – stärkt – schreibt – textet – spricht. Als Authentizitätscoach, Kommunikationsexpertin und Überlebenstrainerin für die Seele ermutigt Sie Ihre KlientInnen, sich so zu zeigen, wie sie wirklich sind und auch nach langen Durststrecken wieder zu ihrer vollen Blüte zu gelangen.
Mehr hier: http://ohrenkaktus.com/

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Ich freue mich über deine Meinung!

4 Comments

  • Claudia Münster

    Reply Reply 25. Mai 2016

    Liebe Veronika,

    da waren ein gute Tipps fur mich dabei. Ich werde noch ein bisschen an den Schräubchen drehen. Ich danke dir.

    Liebe Grüße

    Claudia

    • Veronika

      Reply Reply 26. Mai 2016

      Danke Claudia! Schön, dass Du Nützliches im Artikel gefunden hast. Das „Schräubchen drehen“ wird wahrscheinlich nie ganz aufhören. Die „Über mich“-Seite ist – wie so vieles in der Online-Welt – stetiges „work in progress“.

  • H.-Christoph

    Reply Reply 25. Mai 2016

    Vielen Dank für die wirklich sehr wertvollen Tipps, Veronika für diese wichtige Seite.

    Ich habe jetzt in den letzten Jahren so lange und so häufig auf meinen diversen Webseiten und in den Social Media-Portalen damit herum experimentiert, aber so wirklich zufriedenstellend war das alles nicht für mich.

    Obwohl ich denke, dass ich klar positioniert bin, finde ich es einfach schwierig.Ich werde nun deine Anregungen nochmal neu nutzen, um die Seite nach deinen Fragen zu strukturieren und zu schreiben.

    Ich dachte gerade beim Schreiben, dass ich das zunächst mal auf mein Diktiergerät spreche und dann zum Schreiben an den virtuellen Assistenten rausgebe und dann zu filtern, um endlich mal eine „auch mich glücklich machende Seite“ habe.

    Auch wenn Sie für die anderen Menschen da draussen ist, möchte ich mich ja auch damit wohl fühlen. Das ist doch kein Widerspruch, oder?

    Grüße, Christoph

    • Veronika

      Reply Reply 26. Mai 2016

      Nein, das ist kein Widerspruch. Im Gegenteil: Du stehst an erster Stelle, es geht ja schließlich um DEINE Lebensgeschichte. Erst wenn Du Dich damit 100% wohl fühlst und identifizieren kannst, wird es Dir gelingen, das auch entsprechend nach außen zu kommunizieren.

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