Scanner in der Sinnkrise: wieso du ohne Orientierung bist

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Gastartikel von Benedikt Ahlfeld

Bist du zufrieden mit deinem Leben? Weißt du, wo dich dein zukünftiger Lebensweg hinführen soll? Nein? Dann geht es dir genauso wie vielen anderen! Die meisten Menschen Mitte zwanzig sind mit dieser Entscheidungslosigkeit konfrontiert und befinden sich in einer Sinneskrise.

 

Überrollt von den Möglichkeiten

Die Ursache für dieses innere Ungleichgewicht ist oftmals auf das Überangebot an Möglichkeiten zurückzuführen. Es ist schwer, eine Entscheidung für die eine und gleichzeitig gegen die andere Option zu treffen. Die Entscheidungsmuffel haben die Oberhand gewonnen! Sie profitieren lieber parallel von vielen kleinen Situationen als von einer, mit fester Überzeugung gewählten, großen.

Aus dieser Lebenseinstellung hat sich die Persönlichkeit der Scanner entwickelt. Scanner lieben die Schnelllebigkeit, sind pfiffig, ruhelos und begeisterungsfähig. Ein Scanner hat viele Interessensgebiete und ein großes Basiswissen in zahlreichen Themenbereichen. Multi-Tasking steht beim Scanner auf der Tagesordnung. Er liebt es, verschiedene Dinge gleichzeitig, kurzweilig aber dafür intensiv zu tun. Als Scanner bist du ein wahres Allround-Talent mit vielen Interessen im Leben. Dieser Weitblick und die Abwechslung erweitern laufend deinen Horizont. Eine Scannerpersönlichkeit kann auf eine große Lebenserfahrung zurückblicken und hat stets viel zu berichten. Du liebst es, immer Neues auszuprobieren und hast kein Problem damit überall aktiv mitreden zu können. Du musst dich aber gleichzeitig mit der Tatsache abfinden, niemals als Spezialist angesehen zu werden.

Als Scanner bist du dir oftmals deiner Chancen nicht bewusst. Du fühlst dich orientierungslos und hin und her gerissen. Wie eine Biene, die nicht weiß, welche Blume den besten Blütenstaub abwirft. Du fühlst dich gefangen. Die Übermacht an Wahlmöglichkeiten, das Monster der unendlichen Optionsvielfalt, hat dich überrollt und du bist im Monster-Choice-Dilemma gelandet. Es liegt auf der Hand: Die große Auswahl an frei wählbaren Alternativen in Beruf- und Privatleben macht Entscheidungen nicht gerade leichter. Aber ist es wirklich alleine das Überangebot, das uns blockiert?

Die meisten jungen Menschen sind auf der Suche nach Perfektion in ihrem Leben und stellen enorme Erwartungen an sich selbst. Dieser selbst ausgelöste Druck führt oftmals in eine Lebenskrise, die sogenannte „Quarterlife Crises“. Sie ist ein Grund für unser flatterhaftes Verhalten. Wir sind laufend auf der Suche nach Neuem und nie mit dem Hier und Jetzt zufrieden. Wir wechseln unseren Job, unseren Partner, unsere Kleidung – immer in der Hoffnung mit der nächsten Wahl die Perfektion zu erlangen. Doch auf die Dauer macht dieses rastlose Leben die meisten von uns nicht glücklich.

 

Befindest du dich in einer „Quarterlife Crises“?

Es ist nicht immer leicht festzustellen, ob du gerade in deiner persönlichen Mid-Zwanziger-Krise gefangen bist. Doch einige der folgenden Merkmale sind typisch für diese Situation:

  • Betroffene haben den ständigen Wunsch, ihr Leben durch Verrücktes und Neues zu bereichern. Gleichzeitig sind diese jungen Erwachsenen in ihrem Entscheidungsprozess extrem unentschlossen und sprunghaft.
  • Personen in der „Quarterlife Crisis“ haben eine starke Orientierung an der Gesellschaft. Sie tendieren dazu, sich mit anderen zu vergleichen. Dieser Druck führt nicht selten zu einer geistigen Ohnmacht und Ratlosigkeit.
  • Ein weiteres Zeichen ist das ewige Schwelgen in den Erinnerungen der Vergangenheit. Die Jugendzeit wird immer wieder nostalgisch betrachtet. Gedanken an die ungewisse Zukunft lösen Ängste aus.
  • Zusätzlich haben betroffene junge Erwachsene eine Vision, ihr Leben in Perfektion verbringen zu wollen. Gleichzeitig sind sie mit dem Gefühl konfrontiert, dass ihr derzeitiger Lebensstandard noch weit von der fiktiven Perfektion entfernt ist.

 

Dein Weg aus der Krise!

Findest du dich in diesen Beschreibungen wieder und kommst jetzt über deinen Lebenssinn ins Grübeln? Keine Angst! Aus jeder Krise gibt es einen Ausweg, du musst ihn nur wollen. In meinen NLP und Hypnose Ausbildungen geht es oft darum, den Blick wieder nach Innen zu richten, um sich seiner wahren Werte bewusst zu werden. Als Erstes ist es wichtig, dir über deine eigenen Wünsche und Vorstellungen Klarheit zu verschaffen. Nur über DEINE Wünsche! Nicht über das, was die Gesellschaft von dir vielleicht erwartet. Begib dich auf eine bewusste Suche nach deiner Ur-Motivation. Erst dieses Bewusstsein macht es dir möglich, dein Leben nach deinen Zielen und deinem Standard zu (er)leben. Oft sind es erste kleine Schritte, die dir sehr schnell zu mehr Glück und Zufriedenheit im Leben verhelfen können.

  • Fahr einen Gang herunter und lass dich nicht unter Druck setzen. Dein Leben ist kein Wettrennen gegen die Zeit.
  • Stell deine Ur-Motivation in deinen Fokus. Sie ist das wirklich Wichtige in deinem Leben.
  • Du kannst nicht alles auf einmal erreichen. Setz Prioritäten! Warum, wie und bis wann möchtest du welches Ziel erreicht haben?
  • Es ist nie zu spät, neue Wege zu gehen. Du bist noch jung und befindest dich in der Blüte deines Lebens und hast noch viele Jahre vor dir. Was du daraus machst, liegt ganz alleine in deiner Hand.
  • Respektiere Grenzen! Du bist kein Superheld mit Superkräften der alles erreichen kann. Hör auf deinen Körper, erkenne und respektiere deine Grenzen. Gib ihm und deinem Geist die Zeit und Ruhe, die er an manchen Tagen braucht.
  • Übernimm Verantwortung! Du bist der Bestimmer über dein Leben und nicht jemand anders. Triff bewusst Entscheidungen und steh dazu.
  • Take it easy! Versuche dein Leben mit einem gesunden Grad an Lockerheit zu meistern. Senk dabei nicht deinen Standard, sondern versuche, über den Durchschnitt herauszuwachsen.

 

Fazit

Lass dich vom Leben nicht überrollen, sondern nimm das Steuer aktiv in die Hand und begib dich auf eine Reise deiner Ur-Motivation entgegen. Es ist nicht wichtig, was andere von dir denken oder erwarten. Es ist nicht wichtig, wie schnell du deine Ziele erreichst. Wichtig ist es, dir in erster Linie Klarheit über dein Leben zu verschaffen. Nur du weißt, was du willst und nur du kannst deine Ziele erreichen. Triff eine bewusste Entscheidung für dein Leben nach eigenem Standard!

 

Über den Autor:

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Benedikt Ahlfeld ist Trainer, Autor und Entscheidungsmacher. Er zeigt, wie man selbstbestimmte Entscheidungen trifft und damit seine volle innere Kraft nutzt. Besuche ihn auf www.BenediktAhlfeld.com und finde heraus, wie du dein Leben nach eigenem Standard gestalten kannst.

 

Ich freue mich über deine Meinung!

4 Comments

  • Jacky Wesling

    Reply Reply 18. Mai 2015

    Ich glaube, dass es vielen so geht, nur es traut sich keiner wirklich darüber zu sprechen. Ich stecke mittlerweile in dieser Sinnkrise seit 2013 und ich habe das Gefühl, dass diese kein Ende nimmt.

    Vielen Dank für deinen Beitrag, Benedikt.

    • Benedikt Ahlfeld

      Reply Reply 27. Mai 2015

      Hallo Jacky, dann ist es Aufjedenfall an der Zeit, sich neue und klare Ziele zu setzen und es durchzuziehen! Viel Erfolg damit – es ist machbar!

  • Hallo Benedikt,

    gut geschrieben. Ich find mich total in deinem Text wieder. Nachdem ich jahrelang den Weg durch die Depression gegangen bin, stehe ich derzeit noch vor der großen Frage: „Wat mach ich denn jetzt aus meinem Leben?“.

    Nicht so leicht, finde ich. Wie du so schön beschreibst, gibt es da so viele Möglichkeiten. Aber sich dann für eine zu entscheiden, ist einfach mega schwer. Das versetzt mich quasi in Angst. Angst davor, mich falsch zu entscheiden. Angst davor, es dann nicht schaffen zu können. Angst vorm Versagen wahrscheinlich.

    Du schreibst von der Ur-Motivation und dass man diese erkennen soll. Und das ist auch sehr richtig. Aber genau das ist eigentlich auch genau das Schwerste an der ganzen Sache. Das ist der Grund für die „Quarter-Life-Crisis“, finde ich. Dass ich z.B. nicht genau weiß, was ich denn jetzt machen soll. Welchen Sinn ich meinem Leben weiterhin geben will.

    Und selbst wenn ich diesen gefunden haben sollte, ist da immer noch die Sache, wie man dies dann in die Tat umsetzt. Für manche Ziele gibt es keinen vorgefertigten Weg. Sprich, es gibt z.B. keine Studiengänge oder Ausblidungen dafür. Das erschwert das Ganze dann noch zusätzlich.

    Aber auch dies wird sich bald zeigen. Bald werde ich wissen, wie es weiter geht. Muss ja, ne?!:) Ich muss nur drauf vertrauen.

    Vielen Dank für deinen Text und viele Grüße
    Martin

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