Welches Feedback du annehmen solltest und welches eben nicht

marastix

Hält dich die Angst vor der Kritik anderer Menschen zurück, das zu tun, was du willst?

Wenn ja, dann überlege dir das Ganze mal aus einem etwas anderen Blickwinkel heraus, denn es gibt doch den berühmten Spruch:

Was Paul über Peter sagt, sagt mehr aus über Paul als über Peter.

 

Du denkst dir jetzt, was soll das denn heißen? Feedback sagt mehr über den Feedback-Geber aus, als über den, der Feedback bekommt?!?  Ja, genau richtig, so ist es!

Manche gehen sogar noch weiter, so wie die amerikanische Erfolgsautorin Tara Mohr, sie sagt: „Feedback sagt NUR etwas über die Person aus, die Feedback gibt und NICHTS über die Person, die Feedback bekommt.“

Ich glaube, es kommt darauf an, wer das Feedback gibt und in welchem Kontext es gegeben wird. Darum lies in diesem Artikel, von wem du Feedback annehmen sollst und von wem eben nicht.

 

Zwei Arten von Feedback

Es gibt nämlich grundsätzlich zwei Arten von Feedback. Die erste ist die Beobachtung, bei der wir wiedergeben, was tatsächlich passiert ist. Und die zweite ist die Interpretation. Bei einer Interpretation fügen wir unsere eigene Meinung hinzu, die auf unseren individuellen Werten, Erfahrungen und Glaubenssätzen beruht.

Wenn ich z. B. zu dir sage: „Hey, du bist zu spät!“, dann ist das eine Beobachtung (vorausgesetzt, ich habe auf die Uhr gesehen und du bist tatsächlich zu spät).

Wenn ich dann aber noch ergänze: „Das finde ich sehr unhöflich von dir! Das zeigt, dass du keine Manieren hast!“, dann ist das eine Interpretation. Diese basiert auf meinen persönlichen Werten. Jemand anderes findet das vielleicht gar nicht unhöflich. In manchen Kulturkreisen ist es sogar unhöflich, pünktlich zu kommen.

Das bedeutet aber auch, dass fast jedes Feedback, das gegeben wird, eine Interpretation und somit eine subjektive Meinung der Feedback-gebenden Person darstellt.

 

Welches Feedback sollst du annehmen?

Es stellt sich jedoch jetzt die Frage, welches Feedback du annehmen solltest und welches eben nicht.

Wenn du jedes Feedback annimmst, kannst du niemals ein erfolgreiches Business betreiben. Ich bekomme oft für den gleichen Artikel mindestens drei unterschiedliche Feedbacks, die sich gegenseitig widersprechen, z. B. „mehr Infos!“, „weniger Infos!“ und „genau richtig viele Infos!“.

Auf der anderen Seite ist gutes Feedback für dich eine tolle Chance – die du nicht missen willst –  um dich weiterzuentwickeln.

Um zu entscheiden, ob dich ein bestimmtes Feedback weiterbringt und du es annehmen willst, musst du dir folgende Dinge überlegen:

 

1. Hat der Feedback-Geber verstanden, welche Ziele ich erreichen will?

Ich habe z. B. öfters das Feedback bekommen, dass ich zu unprofessionell wirke. Bis ich irgendwann einen Blog-Beitrag darüber geschrieben habe, dass ich gar nicht professionell wirken WILL.

Wenn du also negatives Feedback bekommst, ist das Wichtigste:

  1. Ruhig bleiben und nichts persönlich nehmen.
  2. Überlegen: Willst du das Feedback annehmen oder nicht?
  3. Wenn du es annehmen willst, dann einfach gleich umsetzen.

Mein Ziel war nämlich, Aufmerksamkeit zu erzeugen und nicht, professionell zu wirken. Und genau dieses Ziel habe ich wunderbar erreicht. Woher ich das weiß?

Weil ich bei Google Analytics geprüft habe, wie häufig meine Artikel gelesen werden und die, bei denen ich lockerer und weniger professionell war, kamen einfach viel besser an als die anderen. Also habe ich das Feedback nicht angenommen, weil ich ein anderes Ziel verfolgt habe als der Feedback-Geber.

Was sagt jetzt das Feedback: „Mara, du bist zu unprofessionell!“ in Wirklichkeit aus? Folgende Dinge:

  • Der Feedback-Geber hat eine bestimmte Vorstellung (Glaubenssätze), was er unter „professionell“ versteht.
  • Und aus seiner Sicht tue ich nicht das, was er als professionell empfindet.

Sonst nichts weiter. Das war es. Die Entscheidung, ob und wie ich das Feedback umsetze, liegt bei mir. 

 

2. Ist dieses Feedback ein „Ausreißer“ oder wird es immer wieder von verschiedenen Personen gegeben?

Hier gilt: Die Menge macht es!

Wenn z. B. 9 Personen dir sehr positives Feedback zu etwas geben und nur eine Person es nicht gut findet, dann fällt dieses eine nicht gute Feedback nicht so ins Gewicht. Einen großen Unterschied macht es erst, wenn das Verhältnis anders herum wäre…..

 

3. Hat der Feedback-Geber selbst schon das erreicht bzw. umgesetzt, wofür er Feedback gibt?

Ich habe es mir am Anfang meiner Selbstständigkeit zur Grundregel gemacht, nur Tipps und Ratschläge von Menschen anzunehmen, die das, worüber sie in ihrem Feedback sprechen, schon selber erfolgreich umgesetzt haben.

Und ich halte mich auch selbst daran. Ich würde z. B. Menschen keine Tipps geben, wie sie erfolgreich eine E-Mail-Liste aufbauen können, wenn ich das nicht selbst schon erfolgreich geschafft hätte.

Also: Lass dich nicht zurückhalten, wenn du etwas tun willst! Sondern suche dir jemanden, der das, was du tun willst, bereits erfolgreich betreibt und frage ihn oder sie, wie sie es gemacht haben.

 

4. Handelt es sich bei dem Feedback um eine Verallgemeinerung bzw. um ein Vorurteil?

Alle Aussagen, die mit „man kann“, „man kann nicht“, „das geht nicht“, etc. beginnen, sind Verallgemeinerungen bzw. Vorurteile. Sie sind logisch nicht begründbar und nicht haltbar. Es handelt sich dabei um Glaubenssätze bzw. einschränkende Entscheidungen, die sich eine bestimmte Person angeeignet hat.

Einschränkende Entscheidungen sind, wie der Name schon sagt, keineswegs hilfreich, sondern für den Erfolg hinderlich.

Das bedeutet z. B. auch, dass jedes Feedback, das so oder ähnlich lautet, von mir völlig ignoriert wird:

  • Das geht nicht
  • Du bist zu alt/zu dumm
  • Dir fehlt X
  • Du musst erst Y machen

Mir wurde z.B. am Anfang meiner Blogger-Tätigkeit erklärt, dass es UNMÖGLICH ist, in den ersten 12 Monaten Geld für etwas zu verlangen; sondern, dass ich erst  ein Jahr lang gratis Content liefern muss, um Vertrauen aufzubauen.

Was für ein völliger Blödsinn!!! Nur weil der Feedback-Geber dies selber so gemacht hat, kann er daraus keine allgemein gültige Regel ableiten.

Ich habe nicht darauf gehört und vom ersten Monat an Geld verdient.

 

4. Ist der Feedback-Geber persönlich involviert bzw. in einem Interessenskonflikt?

Von Menschen, die dir nahestehen solltest du generell Feedback nur mit größter Vorsicht annehmen. Denn sie stehen in einem Interessenskonflikt, weil sie dich häufig beschützen wollen und sich Sorgen um dich machen.

Eine andere Sorge, z. B. von deinem Ehepartner, kann sein, dass er oder sie dich nicht verlieren will und dir deshalb von Dingen abrät, die zu deiner Weiterentwicklung beitragen würden.

Ich sehe das fast jeden Tag im Coaching: Frauen erzählen mir, dass ihre Ehemänner dagegen sind, wenn sie ein eigenes Business starten möchten, weil das

(1) ja so riskant ist und

(2) ihnen dann keine Zeit mehr für die Familie bleibt.

Natürlich ist dieses Feedback nicht objektiv und bringt dich nicht weiter.

Generell solltest du kein Feedback von einer Person annehmen, die von Angst oder anderen negativen Emotionen motiviert ist!

Gutes Feedback ist immer objektiv und frei von Emotionen, Ängsten, Vorurteilen und Glaubenssätzen.

 

Welches Feedback du immer annehmen kannst

Es gibt eine Form von Feedback, die ganz genau und unbestechlich ist. Du kannst sie ganz gefahrlos IMMER annehmen. Und das sind Zahlen, Daten und Fakten.

Wenn ich wissen will, ob ich gute Arbeit in meinem Business leiste, dann schaue ich auf die Zahlen:

  • Wie viele Besucher waren auf meiner Webseite?
  • Wie viele Personen haben sich für meine E-Mail Updates angemeldet?
  • Wie viele Kunden habe ich gewonnen?
  • Wie viel Umsatz habe ich gemacht?

Es ist ganz einfach: Diese Zahlen lügen nicht! Sie sind das beste Feedback, das es gibt.

Und dann, dann machst du einfach mehr von dem, was dir Kunden und Umsatz bringt und lässt alles andere weg.

 

Alles Gute und viel Erfolg für dich!

Herzlich,

Marastix

Ich freue mich über deine Meinung!

12 Comments

  • Katharina

    Reply Reply 9. November 2014

    Hi Mara!

    Super auf den Punkt gebracht, Vorurteile und Glaubenssätze sind meiner Meinung nach die Hauptbestandteile eines Feedbacks, das alles andre als konstruktiv ist – und das Elementarste, da kann ich dir wirklich zu 100% zustimmen ist, ausschließlich Menschen fragen, die bereits erfolgreich umsetzen, was sie tun ;o)
    liebe Grüße Katharina

    • Mara Stix

      Reply Reply 9. November 2014

      Danke Katharina!

  • Sebastian Prohaska

    Reply Reply 9. November 2014

    Hallo,

    wie bereits auf Facebook gesagt ist das wirklich ein toller Artikel und ich gebe Dir zu 100% recht. Aber auch Personen die noch nicht die tollen Zahlen online haben, würde ich empfehlen nicht seinen Weg zu verlieren. Wirkliche tolle Blogger sind anders und bleiben sich treu.

    Liebe Grüße

  • Petra Schwehm

    Reply Reply 10. November 2014

    Liebe Mara,

    super Artikel!

    Meine Umsatz-, Klick- und Kundenzahlen habe ich eine ganze Weile lang ignoriert bis ich gemerkt habe, wie viel Freude ich daran habe, diese Zahlen zu verfolgen.
    Mehr noch: ich kann nun gezielter mehr von dem machen, was erfolgversprechend ist – natürlich im Einklang mit dem, was mich erfüllt :)

    Und was das Feedback von anderen Menschen annehmen angeht, so stimme ich dir in Punkt 3 und 1 absolut zu.

    Alles Liebe,
    Petra

  • David Goebel

    Reply Reply 11. November 2014

    Liebe Mara,

    genau wie Deine Artikel ist Feedback ein Geschenk :-)
    Und der Beschenkte darf selbst überlegen, ob er es auspackt und was er damit macht.

    Liebe Grüße,
    David

  • Silvia Gostner

    Reply Reply 11. November 2014

    Hallo Mara,

    die Phase „Angst vor Kritik“ habe ich endlich hinter mir lassen können. Nur was machen, wenn gar kein feedback kommt – einfach nix, das darauf hinweist, ob mein Artikel auch verstanden wurde, jemand damit was anfangen kann (oder auch nicht)…
    Dank deiner Artikel fällt es mir leichter weiterhin dran zu bleiben! Danke!

    Liebe Grüße.
    Silvia

  • Henning, Stuttgart

    Reply Reply 13. November 2014

    Schöner Artikel! Hat mir gut gefallen. Hab den Anfang eher überflogen, weil ich’s schon kannte, aber es waren dann gegen Ende noch ein paar gute Sachen für mich dabei.

    Eine kleine Anmerkung aber noch zu den Zahlen: Auch die können „lügen“ – und sei es nur, weil man die falschen Kennzahlen verwendet.

    Und ja, mir ist bewusst, dass das jetzt wieder mehr über mich selbst ausgesagt hat als über den Artikel. 😉

  • Simone

    Reply Reply 11. Februar 2015

    Schöner Artikel. Der richtige Trostgeber…den werd ich bestimmt öfter mal bei Dir suchen und dann wieder lesen!

    LG Simone

  • Anja

    Reply Reply 15. April 2016

    Danke Mara für deinen Artikel. Ich habe mir früher auch immer alles zu Herzen genommen.
    Aber jetzt überprüfe ich immer in meinem Inneren wie sich die Kritik für mich anfühlt und ob ich es tun will. Mir ist es wichtig ICH SELBST zu sein und mich nicht für andere zu verstellen. Kritiken sind oft auch Neider oder welche, die sogar Angst vor dir als Konkurrentin haben oder dir deinen Erfolg nicht gönnen können.
    Ich mag deine lockere Art und du bestärkst mich auch immer wieder.
    Danke Mara 💜

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